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caetano

Der Legat – siehe auch „Träume vom Staatenlenken„, unten

Es gibt eine meisterhaft komponierte Doppelszene („Die Unterredung“, ab S. 454 / „Die Bekenntnisse“ / „Rede des Legaten“ / „Gabriele bekennt“ bis S. 469) mit Henri und dem Legaten in einem Raum – „Nebenan war ein Ausblick nach den Tuilerien, in die Fenster seiner Schwester.“ – dort versammelt, besagte Schwester Kathrin, Gabriele d’Estrée, Madame Mornay und die Prinzessin von Oranien. Es geht um das Edikt von Nantes aber auch um die gemeinsame Zukunft mit Gabriele: „Henri dachte: Gabriele, meine teure Herrin! Sieh mir zu! Besteh ich diese Probe, dann hast auch du gesiegt. Bete mit den drei Protestantinnen, daß du Königin wirst.“

In der Verhandlung mit dem Legaten kommt es zu einer kritischen Stelle; es „folgte ein schweres Schweigen. Der König stand auf, er durchmaß das Zimmer mehrfach, seine Schritte wurden immer langsamer. Drüben bei der geöffneten Tür ließ er jedesmal den Fuß in der Schwebe, damit er im Hause seiner Schwester das Fenster sähe.“

Die vier Frauen: „Zu Anfang waren sie übereingekommen, der König habe seine schwere Stunde, und daß sie ihm über den Raum hinweg beistehen wollten.“ Die Brücke soll das Bekenntnis sein, eine echt protestantische Angelegenheit. Über die drei, vier Abschnitte hinweg stellt Heinrich Mann immer wieder die Verbindung zwischen den beiden Räumen her. Obendrein liefert er ausführliche Beschreibungen der Personen und fügt Attribute hinzu, wie beispielsweise das Traktat des Mornay über die Eucharistie, ein Schriftwerk mit Sprengkraft.

https://i1.wp.com/www.museeprotestant.org/wp-content/uploads/2013/12/0000000758L.jpg
Im virtuellen Museum der Protestanten heißt es dazu:

"[Mornays] Angriffe auf die “Allmacht” (« toute-puissance ») des Papstes 
im Traité de l’Eglise von 1578 und in De l’Institution sage et 
Doctrine du Saint sacrement de l’Eucharistie en l’Eglise ancienne 
von 1598 hindern ihn weder daran, eine Versöhnung zwischen Katholiken 
und Protestanten zu befürworten, noch die Idee eines Religionsfriedens 
zu verfechten und die Einberufung eines Konzils von Protestanten und 
Katholiken zu verlangen, wie er es in Pour le Concile (1600) 
thesenhaft darlegt. Er findet, dass es keinen grundlegenden 
Unterschied zwischen Calvinisten und Katholiken gibt. 
Es sollte sich also nichts der Koexistenz beider Konfessionen 
entgegenstellen."

Quellen:

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