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Schröersche schreibt:

– damit meine ich den Versuch, als Autor den Kulturkreis und geistigen Horizont möglichst gut zu verstehen, weswegen die Studien der zeitgenössischen Aufzeichnungen (Sully, Margot) sicherlich Eingang fanden.

ginzburg

Carlo Ginzburg / Quelle: NZZ
siehe: Das Entschwinden der Gegenwart

[Die Schule um Ginzburg versuchte, durch alte Gerichtsakten nahe an das Denken und den Alltag der kleinen Leute heranzukommen. Flaubert hat für Salambô alles untersucht, was an Wenigem zu Hannibal und Hadrubal, zu Karthago und zu der Zeit zu erforschen war. Hilary Mantel nimmt auch solche Quellen zur Hand, dazu zeitgenössische Gemälde usw., um möglichst intim nachvollziehen zu können, was zur Zeit von Thomas Cromwell bekannt war, was die Menschen bewegte, welche Ängste und welche Träume sie hatten.]

Lust am Fabulieren

Bei Heinrich Mann hatte ich mit dem Roman auch eher den Eindruck, dass er in die Zeit des 16. Jhdts. hineinfindet und sich darin umtreibt, als dass er als Prophet sich der Epoche bedient, um sich als Schriftsteller direkt zum Zeitgeschehen zu äußern. Ab und zu bekomme ich beim Lesen den Eindruck: wie sein Henri sich lustvoll in Liebesdingen und scherzen mit Freunden, dass Heinrich Mann sich ebenso lustvoll im Fabulieren verliert, selbst wenn er das Thema aufgegriffen haben mag, weil er sich mit Herrschaft, Gewalt, Untertanentum beschäftigt.

Wie soll ich poetisch-literarische Wahrheit verstehen?

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